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Unsere Schulleiterin verabschiedet sich





Nach 9 Jahren beginnt an der

Helene-Weber-Schule eine neue Ära


 

Liebe Frau Croisier, nach 9 Jahren als Schulleiterin an der Helene-Weber-Schule verabschieden Sie sich in ein Sabbat-Jahr und anschließend in die Pension.


 

 

Was hat Sie (einstmals) angetrieben, Lehrerin zu werden?

Das war wie bei vielen von uns: Lehrerinnen und Lehrer, die mich begeisterten, die mich herausgefordert haben (so habe ich z. B. einen LK Chemie mit viel Arbeit, aber auch recht erfolgreich absolviert), für die der Mensch im Vordergrund stand.

Ich habe Wirtschaftspädagogik studiert, weil mich das Fach interessierte, aber auch weil man durch den damaligen Diplom-Abschluss nicht festgelegt war auf den Schuldienst. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir noch nicht sicher, ob ich in den Schuldienst will. Nach einem kurzen Intermezzo bei einer Bank habe ich aber den Vorbereitungsdienst begonnen und es niemals bereut, diesen Weg eingeschlagen zu haben.

 

Für welche Themen brennen und brannten Sie im Unterricht?

Mein „Lieblingsfach“ war immer die Volkswirtschaftslehre mit all ihren Themengebieten. Hier lernt man vernetztes Denken und Abstraktion, muss gut argumentieren. Als Lehrkraft muss man immer topaktuell sein.

 

Welche (heiteren) Anekdoten fallen Ihnen spontan zu Ihrem Lehrerdasein ein?

Da gab es so manche …
Szenen im Unterricht wie Versuche der Schüler, mich mit Schoko-Crossies zu bestechen, um früher Schluss zu machen.
Eine Abiball-Szene ist mir unvergesslich: Als Abteilungsleiterin (des Wirtschaftsgymnasiums der Constantin-Vanotti-Schule in Überlingen, Anm. der Redaktion) habe ich die Abi-Zeugnisse auf der Bühne übergeben und ein Schüler hat mich vor lauter Begeisterung über sein bestandenes Abi umarmt, hochgehoben und im Kreis herumgewirbelt – vor vollem Saal!

Oder: Ich hatte eine WG-Klasse als Klassenlehrerin/Mentorin, bei der fast von an Anfang an ein „imaginärer“ Schüler in der Klasse war. Er hatte einen Platz im Klassenzimmer, war bei der Studienfahrt dabei, wurde in der Abizeitung beschrieben …

 

Warum waren Sie gerne Lehrerin, Abteilungsleiterin und Schulleiterin?

Ja, ich habe meine Arbeit in allen Funktionen gerne gemacht. Es gibt nichts Schöneres, als mit jungen Menschen zu arbeiten, ihnen zu helfen, „ihren Weg“ zu finden. Alle Funktionen waren interessant und abwechslungsreich.  

 

Was waren Ihr prägendste Erlebnisse an der Helene-Weber-Schule?

Ich habe hier viele engagierte Kolleginnen und Kollegen kennengelernt. Mit der Abteilung Pflege habe ich einen für mich völlig neuen schulischen Bereich erlebt. Was sich früher schon gezeigt hatte, wurde in der Coronazeit nochmals ganz deutlich: verlässliche und engagierte Teamarbeit!

 

Gab es einen Höhepunkt in Ihrer Laufbahn?

Höhepunkte sind oft Gespräche mit ehemaligen Schüler*innen, ihr Blick zurück auf die Schulzeit hat meinen Blick auf meine Arbeit oft verändert/geschärft;
wichtig war mir auch immer die gute Ausbildung der Referendarinnen und Referendare;
und sehr wichtig finde ich, unsere Schüler*innen über den Tellerrand hinausblicken zu lassen, daher ist einer meiner Höhepunkte die wunderbare Partnerschaft mit dem IS Falcone, der Italienaustausch und nun endlich auch die Auslandspraktika unserer Azubis.

 

Gab es einen Tiefpunkt in Ihrer Laufbahn?

Es gibt keinen wirklichen Tiefpunkt …

Inwiefern hat Sie das Schulleben persönlich geprägt?

„Schwierige bzw. verhaltenskreative Schüler*innen“ tragen eine Geschichte mit sich, die sich uns als Lehrkräften nicht immer offenbart.

Beziehungsgestaltung ist die Basis erfolgreicher Pädagogik.

Ein Vertrauensvorschuss lohnt sich (fast) immer.

 

Wie stellen Sie sich die Helene-Weber-Schule in 10 oder 20 Jahren vor?

Hochmodern, technisch auf dem neuesten Stand;
die Rolle der Lehrkräfte wird sich verändern;
Lernen wird individueller, interaktiver, internationaler.

„Unsere HWS“ wird in 10 Jahren schon sehr verändert sein!

 

Vervollständigen Sie die Sätze:

 

Wenn ich an Klassenfahrten denke, dann denke ich am liebsten an Hallig Hooge.

Wenn ich an Klassenarbeiten denke, dann denke ich an die langen Korrekturnächte!

Wenn ich an Tagebucheinträge denke, dann …? Die gab es in meinem Unterricht so gut wie nie.

Wenn ich an Kolleg*innen denke, dann erinnere ich mich an viele gute Gespräche, kreative und pragmatische Lösungen. Ich denke an ein Kollegium, das nach der Zusammenlegung immer mehr zu einer Einheit wurde.

Wenn ich an meine Fächer denke, dann hoffe ich, dass immer mehr erkannt wird, dass es sich um Allgemeinbildung handelt.

Wenn ich an die Helene-Weber-Schule denke, dann bin ich mir sicher, dass sie durch starke Persönlichkeiten weiterentwickelt wird.

 

Liebe Frau Croisier,

wir wünschen Ihnen eine erfüllende Zeit mit Ihren Enkeln, dass Sie Ihr Auto künftig nur noch für Ausflüge brauchen und ganz weiterhin ganz viel Offenheit für Ihren neuen Lebensabschnitt, in dem Sie Zeit für neue Entfaltungsmöglichkeiten haben werden.

BAR

 

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