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Kurzweilige Aufführung an der Helene-Weber-Schule

Ein Schauspieler spielt Hermann Hesses „Steppenwolf“


In einer geschlossenen, nicht öffentlichen Veranstaltung für die Helene-Weber-Schule wurde Hermann Hesses „Der Steppenwolf“ vom „TheatermobileSpiele“ aus Karlsruhe eindrucksvolle inszeniert.


Im Zentrum von Hesses Welterfolg steht der Protagonist Harry Haller, der eine gespaltene Persönlichkeit zwischen Mensch und Wolf führt und im Verlauf des Romans beginnt, das wahre Leben zu entdecken. Die Bühne findet Platz in einem Klassenzimmer, genug aber, um immer wieder überraschende Räume zu schaffen: das Zimmer des Protagonisten, die Kneipe Schwarzer Adler oder das Magische Theater als Spiegelsaal der Seele. Die Theater-Aufführung braucht nur wenige, dafür symbolische Requisiten.


Es ist lediglich eine Person auf der Bühne, Harry Haller, gespielt von Julian W. König. Da sind aber immer wieder auch die anderen: Der fiktive Herausgeber des gesamten Stücks kommentiert Hallers Treiben via Videoprojektion. Auf einem Bildschirm, der immer wieder seinen Platz wechselt, tauchen die Köpfe der anderen Figuren auf. Der Clou: Alle werden nur von einem Schauspieler gespielt, was zu Spiegelungen, Überschneidungen und Kontrastierungen der Figuren führt. Julian W. König ist es auch, der das Stück lebendig macht: Variantenreich in Haltung und Stimmführung wechselt er binnen Sekunden zwischen Hallers ständig wechselnden Gefühlslagen. Wesentlichen Anteil am Erfolg der Aufführung hat auch Thorsten Kreilos, der als Regisseur das Stück inszeniert hat. Mit neuen und plastischen Eindrücken des Romans konnten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2 die Vorstellung verlassen.

 

Zuletzt bleibt die Hoffnung, dass die Erinnerung an diese Theatervorstellung auch im schriftlichen Deutsch-Abitur Früchte trägt, denn „Der Steppenwolf“ ist eine der drei Pflichtlektüren und damit „Sternchenthema“.

November 2019

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