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Die Schülerinnen erscheinen pünktlich

„Die Schülerinnen erscheinen pünktlich …


… und zu bestimmter Zeit in ihrem Schulzimmer, begeben sich an ihre Plätze und richten sich zur Arbeit“, ein Zitat aus der Schulordnung für den Handarbeitsunterricht aus dem Jahr 1908.

 

Heute nennen wir das Classroom-Management!

 

Hat sich demnach also in den letzten einhundert Jahren in der Schule gar nicht so viel verändert?

 


Oh doch!

 

Die Schüler und Schülerinnen der Sozialpflegeklassen konnten hautnah die Veränderungen sehen und erleben beim Besuch des Schulmuseums in Friedrichshafen am 26.09.2018 mit Frau Rößler-Wacker:

„Aufrecht sitzen Agnes, Finger aus der Nase Fritzle, Augen geradeaus Kunigunde, Brust raus Karle […]“ , so kommandierte das Fräulein Lehrerin, das die heutigen Schülerinnen und Schüler, in den damaligen Schulbänken sitzend,  durch die Jahrhunderte der Schulgeschichte führte. Da staunten diese nicht schlecht. Auch die Taschentuch- und Fingernägelkontrolle kam den heutigen SuS sehr seltsam vor, ganz abgesehen vom Maßnahmenkatalog für Fehlverhalten.

 

Ruten für Tatzen und den Hosenboden sowie Holzscheite zum Heizen des Schulraums und zur Bestrafung – für die Unartigen zum darauf Knien – mussten die Schüler (*innen gab es da noch nicht!) selbst mitbringen. In den Klassen wurden 70 und mehr Kinder und Jugendliche unterrichtet. Kaum vorstellbar, heute.

 

Die Eindrücke waren nachhaltig. Bleibt die Frage: Wieso fahren wir als angehende AlltagbetreuerInnen ins Schulmuseum?

  
 
 
 

Weil die Menschen, die heute der Pflege und Betreuung bedürfen, genau in dieser Zeit und unter diesen Umständen Kinder und Jungendliche waren. Und Äußerungen wie: „ich kann nicht singen, […] ich kann nicht malen [….] oh, die Frau Lehrerin kommt heute [....] dann ist es halt so [….]“ sind sicher zu einem Teil auf die gesammelten Schulerfahrungen zurück zu führen.

 

Alter-n bedeutet auch sich erinnern, an gute wie schlechte Erfahrungen und Zeiten. Sich aus- und versöhnen mit seiner (Schul-) Biografie und im Gespräch mit jungen Menschen zu schauen, was war gut in der „guten alten Zeit“, was hat sich positiv verändert?  Genau dazu dienen soll die diesjährige Praxisaufgabe:

 

Ein Biografiebuch mit dem Thema: Schule früher – heute!


Reizvoll. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.


STE

28.09.2018

 

 

 

 

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